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Gemeinsam ist man weniger allein

Hallo, Ihr Lieben,


Kennt Ihr das auch? Spätestens, wenn sich ein Geschwisterchen ins Familienleben ankündigt, stellen sich Eltern die Frage:  Getrenntes oder gemeinsames Kinderzimmer?
Beides hat seine Vor- und Nachteile und hängt nicht zuletzt von den Gegebenheiten in der Familie ab.
Gibt es der Platz in der Wohnung oder dem Haus überhaupt her, jedem Kind seinen Freiraum in einem eigenen Zimmer zu realisieren?
Ist der Alterunterschied zwischen den Kindern zu groß, um ein passendes, gemeinsames Kinderzimmer zu gestalten?
Junge und Mädchen - kann ich beiden Geschlechtern überhaupt ein gemeinsames Zimmer zumuten?


Plötzlich stellen sich so viele Fragen, die gut durchdacht werden wollen, bevor sie umgesetzt werden.Auf der Seite von Immowelt bin ich auf einen sehr interessanten Artikel zu diesem Thema gestoßen, der mich  sehr stark an meine früheren Experimente diesbezüglich erinnert.

Diesen Fragen stellte ich mich nämlich auch schon, als Julia und Lukas noch jünger waren.
Genügend Platz für zwei Kinderzimmer war vorhanden. Und folglich zog jedes meiner Kinder in sein eigenes Zimmer. Als zweites Kind, hatte Lukas leider den Nachteil, ein etwas kleineres Kinderzimmer bekommen zu haben. Da beide Geschwister vom Alter her 3 1/2 Jahre auseinander lagen, lag es für mich auch nicht nahe, mir über ein gemeinsames Zimmer Gedanken zu machen. Junge und Mädchen zusammen, das geht sowieso nicht nicht - so meine Gedanken.
Das tat mir zwar leid, dass Lukas das kleinere der beiden Zimmer beziehen musste, war aber anders nicht machbar.Es war immer häufiger zu beobachten, dass  das gesamte Spielgeschehen der Beiden im Kinderzimmer von Julia oder im Wohnzimmer stattfand. Jede Minute wurde gemeinsam gespielt.Die Kinder unserer Freunde, die regelmäßig zu Spieltreffen zu uns kamen, waren im gleichen Alter, wie unsere Kinder. Und auch dann wurde gemeinsam bei Julia oder im Wohnzimmer gespielt.
Lediglich, wenn die Kleinen Kaufmannsladen spielten, zogen sie zusammen in Lukas' Zimmer um.


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Foto: Immowelt


Mir kam dann über Nacht die Idee, den Beiden sowohl ein gemeinsames Schlaf- als auch ein Spielzimmer herzurichten. Wie lange das gut ginge, konnte ich noch nicht wissen, aber ein Versuch war es wert.


Selbst als ich klein war, hatte ich ein Kinderzimmer mit meiner 4 Jahre älteren Schwester zusammen, aber auch ein separates Spielzimmer im anderen Geschoss des Hauses wurde von unseren Eltern für uns eingerichtet.  Das ging bis zum 10. Lebensjahr meiner Schwester recht gut. Dann äußerte sie den Wunsch, endlich auch ein alleiniges Zimmer haben zu wollen. Ich kann mich noch an lustige Abende zusammen mit ihr erinnern. Gerade dann, wenn wir schlafen gehen sollten, kam sie auf die tollsten Ideen, dieses zu umgehen. Wir erzählten dann noch stundenlang im Bett oder bastelten uns heimlich Taschenlampen aus Flachbatterien, Glühbirnen und Gummiband (heimlich im DDR-Konsum gekauft) und spielten fröhlich flüsternd weiter. Als kleine Schwester fand ich das herrlich, bis sie plötzlich nicht mehr wollte und sie in unser ehemaliges Spielzimmer umzog.
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Foto: Immowelt
Mein Entschluß stand also fest, es bei Julia und Lukas ebenfalls so auszuprobieren und fragte die Beiden, wie sie die Idee fänden. Ein Jubelschrei und große Freude kam auf. Das hätte ich so nicht erwartet.
Aus dem kleinen Kinderzimmer wurde ein Schlafzimmer für Beide, farblich getrennt in gewünschtem Rosa und Blau. Ein Bücherregal mit den gemeinsamen Kinderbüchern trennte beide Bereiche. Mit ganz persönlichen Dingen, haben sie es sich dann, jeder auf seiner Seite, gemütlich gemacht.
Das größere Zimmer war nun ein Spielparadies. Das Wohnzimmer wurde komplett ignoriert, was ich mit Wohlwollen genoss, auch wenn mir die Beiden sehr fehlten, so ganz abgeschirmt in ihrer eigenen Welt. Ich wurde aber dennoch ganz oft zum Mitspielen eingeladen und durfte Staub im Puppenhaus wischen, tolle und verrückte Eisenbahnstrecken bauen oder den Kaufmannsladen leer kaufen. Ein bis zwei Jahre funktionierte diese Konstellation sehr gut, dann entwickelten sich die Interessen der Beiden immer mehr auseinander. Julia wollte vermehrt ihre Ruhe haben und Lukas kam zum Spielen wieder häufiger ins Wohnzimmer.
Gemeinsam beschlossen wir dann, dass jeder wieder ein eigenes Zimmer bekommen kann.  Da Julias Einschulung auch bevorstand, war der richtige Zeitpunkt für eine Trennung gekommen.
Auch Julias Kleiderschrank wurde gemeinsam "bewohnt"


Es kann also gut funktionieren, wenn sich beide Geschwister untereinander gut verstehen. Ganz gleich, welches Geschlecht sie haben. Die Erfahrungen, die sie dabei sammeln können, können für ihr späteres Leben nur von Vorteil sein. Das Rücksichtnehmen, Respekt voreinander zu haben, Teilen und Zusammenhalten sind wichtige Grundbausteine, die mit einer gemeinsam verbrachten Zeit fast selblaufend und automatisch verinnerlicht werden.


Beginnt für ein Geschwisterkind dann die Schulzeit, könnte ich mir vorstellen, dass es dann erste größere Probleme in einem gemeinsamen Zimmer geben könnte. In dieser Zeit wäre eine Überlegung notwendig, wie man weiter vorgehen könnte. Wenn der Platz für ein einzelnens  Kinderzimmer für das Schulkind nicht vorhanden ist, kann zum Beispiel der Arbeitsplatz für die Schularbeiten auch an einen ruhigen Platz an einer anderen Stelle der Wohnung geschaffen werden. In dem Beitrag von Immowelt findet ihr übrigens auch ganz tolle Tipps, wie ihr ein gemeinsames Kinderzimmer gestalten könnt. 


Wie sieht es bei Euch aus? Haben Eure Kinder auch gemeinsame Kinderzimmer? Oder mögt Ihr die Variante getrennter Zimmer lieber?
Lasst es uns gerne wissen. 

Ganz liebe Grüße 
Eure Andrea

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