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Von der Freundschaft zwischen Mama und Tochter...

Ich (Julia)  hatte an den Weihnachtsfeiertagen gerade nichts Besseres zu tun und scrollte deshalb durch die Neuigkeiten meiner Facebook-Seite – Ein süßes Bild hier, ein schöner Post da, viele wunderschöne Weihnachtsbäume... Hier und da verteilte ich einen Daumen, mal einen netten Kommentar.
Es war nicht sonderlich viel los.
Wahrscheinlich verbrachten die Menschen die Zeit lieber mit ihren Familien, statt sie am Handy oder Computer zu verschwenden. 
Mittendrin stieß dann ich auf einen Artikel, den ich mir genauer ansehen musste.
Eine Person aus meiner Freundesliste hatte ihn geteilt und dazu geschrieben „Das sehe ich genau so!“
Grob zusammengefasst, ging es in dem Artikel darum, dass es beim Kind eine soziale Fehlprägung auslöse, wenn das Verhältnis zwischen Elternteil und Kind eine zu freundschaftliche Beziehung gäbe.
Ich musste kurz inne halten und schlucken.
Ich fühlte mich irgendwie verletzt.



Es ist so: So lange ich denken kann, bin ich ein Mama-Kind gewesen.
Dafür gibt es vielleicht auch den ein oder anderen Grund, aber letztendlich ist es eben einfach so – Ich bin auch heute mit 19 Jahren noch ein Mama-Kind.
Meine Mama ist neben meinem Freund die wichtigste Bezugsperson in meinem Leben.
Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben.
Und so lange ich denken kann, war sie für mich  auch immer eine gute oder beste Freundin.
Und so sehe ich sie auch heute noch.
Ich bin sehr froh darüber.
Und dankbar.
Sie ist der beständigste Teil in meinem Leben.
Freunde kommen und gehen – Zumindest im schlimmsten Fall.
Doch eine Mutter bleibt. Solange sie es kann...
Genau deshalb liebe ich meine Mama so unglaublich: Weil sie einfach immer für mich da ist und weil ich ihr alles anvertrauen kann.
Natürlich sollte jede Person in ihrem Leben auch Geheimnisse haben -die habe ich auch- aber ich könnte sie meiner Mama jederzeit erzählen, wenn ich wollte.
Ich vertraue ihr voll und ganz, eben wie einer besten Freundin.

Ja, ich bin ein wenig stolz darauf, so eine wundervolle Mutter haben zu dürfen.
Eine Mutter, die gleichzeitig auch eine beste Freundin ist.
Denn ich kenne auch andere Eltern, die ihre Kinder strenger erziehen und zu ihnen keine solche Beziehung auf freundschaftlicher Ebene haben.
Das finde ich unglaublich schade...
Ich weiß, ich bin noch lange nicht richtig erwachsen und ich bin keine studierte
Diplom-Pädagogin, ich habe ja nicht einmal eigene Kinder, (...) aber aus meiner eigenen, meiner ganz persönlichen Sichtweise würde ich es jedem Kind wünschen, eine solche Beziehung zu seinen Eltern haben zu können.

Das mag sich jetzt vielleicht anhören, als hätte ich immer alles gedurft, was ich wollte und als wäre immer alles perfekt gewesen.
Natürlich ist das nicht so!
Auch ich habe klare Grenzen gesetzt bekommen.
Auch ich habe Ärger bekommen, wenn ich nur Blödsinn im Kopf hatte und selbstverständlich habe ich mich auch mit meiner Mama gestritten.
Na klar flossen da auch mal die Tränen und da wurden auch mal die Türen geknallt.
Es gab dann auch mal einen Monat Handy-Verbot.
Trotzdem habe ich immer den Freiraum bekommen, auch selbst aus Fehlern lernen zu können:
Ich denke, jeder weiß, dass Kinder es nicht schön finden, früher ins Bett zu müssen, als die Eltern. Das war bei mir nicht anders und ich habe immer versucht irgendwie heimlich länger wach zu bleiben.
Zu 99% scheiterten diese Versuche daran, dass Mama durch das Schlüsselloch das Licht meiner Taschenlampe gesehen hat.
Ich habe mich dabei wohl auch nicht sonderlich geschickt angestellt. :D
Da ich irgendwann in der 4. Klasse aber meinte, dass ich nun alt genug sei, selbst bestimmen zu können, wann ich ins Bett gehen möchte, kam es zu einem kleinen Experiment: Es war kurz vor den Ferien und ich durfte so lange wach bleiben, wie ich wollte. Unter der Bedingung, dass ich am nächsten Tag trotzdem wie immer zur Schule gehen musste.
Wie man sich jetzt wahrscheinlich denken kann, war ich wirklich recht lange wach und dementsprechend schwer fiel mir das Aufstehen am nächsten Tag.
Und was soll ich sagen? Von diesem Tag an, bin ich immer freiwillig um 20:00 Uhr ins Bett gegangen, denn ich habe aus meinem Fehler gelernt. Auf meine ganz eigene Art und Weise.
Das ist doch wunderbar, oder nicht?
Es geht manchmal eben auch ganz ohne Druck.

Und ich denke, ich bin in der Lage, über mich selbst sagen zu können, dass ich keine soziale Fehlprägung habe.
Ich habe Freunde, die nicht meine Mama sind.
Ich kann eigene Entscheidungen treffen.
Ich bin bereit, bald ein eigenständiges Leben ohne meine Mama zu führen.
Das muss ich auch.
Aber es bricht mir das Herz, dass ich sie bald nicht mehr jeden Tag sehen kann.
Dass sie nicht immer bei mir sein kann, wenn es mir nicht gut geht.
Dass ich sie dann nicht mal eben umarmen kann, weil mir gerade danach ist.
Ich kann dann nicht mehr einfach mit ihr im Bett liegen und über Gott und die Welt reden.
Ihr meine Probleme anvertrauen und mit ihr gemeinsam weinen, weil gerade alles schief läuft.

Während ich darüber nachdenke, steigen mir die Tränen in die Augen...

Aber bin ich deshalb unnormal?
Weil ich meine Mama über alles liebe und mir das Loslassen schwer fällt?
Weil es mich traurig macht, so viele Kilometer von dem Menschen getrennt zu sein, zu dem ich eine so starke Verbindung habe?

Ich denke einfach, dass es zeigt, wie innig die Beziehung zwischen uns beiden ist.
Es zeigt, wie wichtig wir füreinander sind.
Weil wir uns gegenseitig stützen.
Uns aufbauen und trösten, wenn es einem von uns nicht gut geht.
Und genau diese Beziehung möchte ich niemals in meinem ganzen Leben missen müssen.
Es beweist aber auch, dass es sehr wohl möglich ist, gleichzeitig Mutter und Freundin zu sein.
In meinen Augen, soweit ich das mit 19 beurteilen und einschätzen kann, war es die beste Entscheidung meiner Mama, mich etwas „lockerer“ zu erziehen.
Dadurch ist unsere Beziehung so unglaublich stark geworden.
Dadurch bin ich so geworden, wie ich heute bin.
Und gäbe es genau diese Beziehung zwischen uns nicht, würde ich jetzt nicht hier sitzen und diesen Beitrag für unseren gemeinsamen Blog schreiben.


Liebe Mama, du bist die wundervollste Mama, die sich ein Kind nur wünschen kann.
Du bist so liebevoll, stark und aufopferungsvoll.
Du bist die größte Stütze, die ich in meinem Leben habe und deine bedingungslose Liebe ist das Großartigste, was ich jemals erleben werden darf.
Ich liebe dich als Mama.
Und als beste Freundin. 
Für immer und ewig!
♥︎

















Kommentare

  1. Liebe Julia,
    dein Artikel berührt mich unheimlich stark und mir kommen gerade auch die Tränen hoch.
    Ihr beide seid so niedlich! Ich finde es einfach nur schön, wenn die Liebe zwischen Mutter und Tochter so wahnsinnig stark ist! Ich bin auch der Ansicht, dass zwischen gewissen Grenzen noch genügend Freiraum und Vertrauen sein muss. Finde ich klasse. Dann hat deine Mama alles richtig gemacht. Daumen hoch und alles Gute für euch weiterhin :-)
    Liebste Grüße
    Elena

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  2. Ich kann nur voll und ganz unterstreichen was du geschrieben hast. Wir oft mussten meine Mam und ich hören, dass es "aller Sau" ist, wenn man mit seiner Mutter "befreundet" ist. "Eine Mutter sollte nur erziehen und nicht beste Freundin spielen!". Sowas zu hören verletzt. Wer hat zu bestimmen welche Beziehung man zu wem hat? Ich will auch das mein Sohn später sagt "Meine Mama ist über ihre Rolle hinaus gewachsen". Ich will für ihn da sein. Will, dass er mir alles anvertrauen kann. So wie ich meiner Mam. Danke für diesen wundervollen Beitrag!

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  3. Och, das hast du so wundervoll geschrieben.
    Ich habe keine schlechte Beziehung zu meiner Mama, aber so eine Beziehung wie du sie hast habe ich nicht und werde Sie niemals haben.
    Liebe Grüße Marie

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  4. Liebe Andrea, ich schreibe hier aus Sicht einer Mama und muss sagen, dass es zwischen meiner Tochter und mir genauso ist. Wir waren und sind uns gegenseitig Hilfe und Unterstützung. Und gerade unsere besondere Beziehung hat es ihr leichter gemacht, jetzt ein eigenes Leben in einer anderen Stadt zu führen. Wir wissen aber auch, dass wir uns immer aufeinander verlassen können. Und so wird es auch bei euch sein.
    Liebe Grüße Ilona

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  5. Ein schöner Text, liebe Julia. Ich bin zwar etwas älter als du, 29, und zwischen meiner Mama und mir liegen auch ein paar mehr Jahre als bei euch - dennoch habe auch ich eine sehr sehr innige Beziehung zu ihr. Wir wohnen nur einen Ort voneinander entfernt und sehen uns, auch durch meinen Sohn "bedingt", fast täglich. Ich kann ihr alles anvertrauen - und kann es mir gar nicht anders vorstellen. Ich hoffe, das wird in irgendeiner Form so ähnlich, wenn es um meinen Sohn und mich geht...denke aber, dass bei Jungen evtl. ein bisschen "schwieriger" wird so eine innige Beziehung aufzubauen. Aber wer weiß ...vielleicht liege ich ja auch falsch :)

    LG Tine

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