Room-Tour

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DIY

WAS MACHE ICH EIGENTLICH DEN GANZEN TAG?

Hallo, Ihr Lieben,

wie versprochen, nehme ich Euch heute mit durch meinen Tag!
Ich bin noch totmüde. Nach nur 3 Stunden Schlaf steht mein Mittlerer an meinem Bett und deutet schon hektisch an, dass wir zu spät dran sind. Es ist 2.45 Uhr.
Ich fahre meine Akkus hoch: von null auf hundert. Kaffeemaschine einschalten, Brote schmieren, auf Bad und Toilette verzichten, weil besetzt.




Ich schütte mir die erste Tasse Kaffee hinter und stehe schon mit Brotpaketen beladen und einem Schuh an den Füßen parat zur Abfahrt.  Ich muss Lukas zur Arbeit fahren. Julia bekommt rasch eine Nachricht, dass sie das Babyphone bei sich anschaltet und schon sitzen wir im Auto. Nein, wir steigen wieder aus.
Die Scheiben sind so dermaßen zugefroren, dass wir kratzen müssen. Beide, Lukas und ich. Ich habe vergessen, Frostschutz-Scheiben-Dingens einzufüllen. Frauenfehler! Passiert mir heute das letzte Mal. das schwöre ich.
Das Apfelbäckchen darf noch schlummern. Ich würde gerne tauschen.
Ich hoffe, dass mich niemand in meinem Aufzug sieht. Ich würde mich wohl vor mir selbst erschrecken. Ungeschminkt, Jogginghose, Haare wirr - na, wenn das kein Anblick ist!
Das Wild auf den Straßen macht mir aber immer am meisten Sorge. Besonders, wenn wir noch zeitiger unterwegs sind, was auch des öfteren vorkommt. Dann geht es auch mal um 1 Uhr Nachts los. Den Jugendarbeitsschutz scheint man in Lukas' Ausbildung vergessen zu haben.
(Lukas möchte nämlich einmal den Bauernhof seines Papas übernehmen und muss dafür Landwirt werden, was seit dem vergangenen Sommer nicht mehr so einfach ist, denn viele Höfe, die in der näheren Umgebung lagen, haben aufgegeben oder ihren Tierbestand abgeschafft. Daraufhin haben wir nur noch einen Hof gefunden, der etwas außerhalb liegt und nicht so einfach ohne eigenes Fahrzeug zu erreichen ist. Da Lukas erst 17 wird, ist er noch auf uns Mädels angewiesen, die ihn täglich hinfahren und abholen müssen.)
Um 4 Uhr bin ich wieder zu Hause, Kaffee Nummer zwei wird genussvoll und in Ruhe geschlürft und ich hechte mich rasch durch Facebook. Alles schaffe ich nie, anzuschauen, aber wenigstens eine grobe Übersicht über Neuigkkeiten habe ich schon mal.
Dann geht es fix unter die Dusche. Schminken wird auf später verlagert. Dazu bin ich noch viel zu müde. Ich bastle noch ein wenig an einigen Grafiken für den Blog herum, dann muss der Frühstückstisch gedeckt und das Apfelbäckchen geweckt werden.
Das hat natürlich überhaupt keine Lust, aufzustehen und dreht sich wieder um. Ich hebe ihn aus dem Bettchen und stelle fest, dass die Windel nicht gehalten hat. Uiuiui... riecht ja wie in der U-Bahn.
Also Kurswechsel. Badewanne - Dusche an, Zähneputzen. Die Zeit rennt.
das Anziehen ist mittlerweile auch ein kleines Drama. Spielen ist schöner und wegrennen sowieso. Nach erfolgreicher Hetzjagd darf das Apfelbäckchen angezogen, aber bockig frühstücken. Wenn es denn wollte. Heute scheint ihm auch nichts recht zu sein. Mein Blick auf die Uhr!! Wir werden mal wieder zu spät kommen, wenn der kleine Mann jetzt nicht anfängt zu essen.
Wenigstens knabbert er an einer trockenen Brotscheibe. Alles andere wird wehement abgelehnt.
Während ich schnell den Tisch abräume, darf das Apfelbäckchen noch spielen. Es hat tatsächlich geschafft, binnen 5 Minuten sämtliche Kilos an Fahrzeugen ins Wohnzimmer zu schleppen und es tatütert und sirent lautstark aus seinem Mund. Welch eine Freude!
Trotzdem muss ich das Treiben unterbrechen. Was mir mit einem ins Gesicht geschleudertem Auto beantwortet wird. Ich werde böse. So geht es ja nicht.
Ich klemme mir den kleinen Giftzwerg unter den Arm und hoffe nur, dass er auch sicher bis zur Garderobe dort hängen bleibt.  Das bockige Gemecker wird leiser. Wir schaffen es sogar, die richtigen Schuhe zu finden und eine Jacke, nebst Mütze und Schal anzuziehen. Puhh.. was für ein Kraftakt.
Ab in den Kindergarten! Zum Glück geht dort alles reibunglos. Apfelbäckchens Freund ist nämlich schon da und bin schlagartig vergessen.

Zu Hause wieder angekommen, genieße ich erst einmal die Stille. Nur der Kaffee plätschert genussvoll in die Tasse.
Aber schon im gleichen Atemzug werfe ich den Laptop an, denn mein Pensum heute ist recht hoch.
2 Stunden Arbeit im Homeoffice später, schalte ich endlich ins Bloggerleben um und schreibe an einem Beitrag für Euch.
Ich versuche es zumindest, denn es klingelt pausenlos an der Tür. Post, Paketdienste oder Freunde, die mein Auto haben stehen sehen, geben sich fröhlich die Klinke in die Hand. Ich fürchte, meine Pläne heute nicht erfüllen zu können und erwäge im Hinterkopf schon Alternativen, um doch noch einigermaßen produktiv sein zu können. Ich könnte verrückt werden, wenn ich meine Pläne ständig umwerfen muss, was leider immer öfter passiert. Manchmal nervt es einfach ganz schön.
Ich sitze nämlich schon wieder im Auto, um Lukas von der Arbeit abzuholen. Es ist Mittagszeit.
Endlich wieder zu Hause, koche ich für uns alle.
Ein paar Zeilen schreibe ich noch am Beitrag weiter.
Doch schon ist es Zeit, das Apfelbäckchen aus dem Kindergarten abzuholen. Vorher husche ich schnell durch den Supermarkt, um einzukaufen.
Viel Zeit zum Spielen bleibt uns heute nicht, denn der kleine Mann hat im Kindergarten nicht geschlafen und ist ziemlich knatschig.  Dann lasse ich auch das Fotografieren. Julia macht eh die schöneren Fotos. Muss ja auch mal gesagt werden. Und das Licht lässt genauso zu wünschen übrig.

Es klingelt! Besuch mit Kaffee und Kuchen steht vor der Tür. Die Oma ist da. Es klingelt danach schon wieder. Meine Schwester gesellt sich dazu.
Willkommen im Taubenschlag! Tschüss Pläne.
Meine Entwürfe werden wohl noch eine Weile Entwürfe bleiben, die ganz persönlichen Beiträge stehen leider immer hinter einigen Kooperationen an, denn diese kann ich immer nur in absoluter Ruhe schreiben.
Die habe ich natürlich heute nicht wirklich.
Das Apfelbäckchen spielt mit dem großen Bruder und schaut nebenbei Traktorenvideos auf YouTube an. Jeder der Beiden ist lautstark und auf seine Weise begeistert von den Maschinen. Dabei will ich nicht stören. Männersache! Die Müdigkeit vom Apfelbäckchen scheint wie weggeblasen zu sein.
Ich räume währenddessen im Apfelbäckchen-Zimmer schnell noch etwas auf, dann bereite ich das Abendessen vor. Julia müsste ja auch bald von der Arbeit zurück kommen - dann können wir zusammen essen.
Ich hoffe ja, nach dem Abendessen etwas zur Ruhe zur kommen und dann vielleicht noch das eine oder andere zu schreiben.
Nach dem Essen bringen wir das müde Apfelbäckchen ins Bett und Julia kuschelt mit ihm noch eine Weile, bis es eingeschlafen ist.
Ich schreibe noch ein paar Zeilen und suche anschließend mit Julia noch Fotos aus, die wir rasch gemeinsam noch bearbeiten.
Dann erwartet mich plötzlich ein Berg Wäsche vom Sohnemann - der ganz dringend bis morgen früh gewaschen und getrocknet sein muss.
Ohne Worte - aber typisch! Dann mal los!
Mein Kopf ist eh nicht mehr ganz frei für Anderes. Dann kann ich auch bügeln. Müde bin ich eh schon, dann kann ich wenigstens einen Moment abschalten. Ich suche mir einen Film in der Mediathek aus und bügle meine Wäschekörbe fertig. Wenigstens ist das leidige Thema dann wieder für ein paar Tage abgehakt!
Alle 3 Kinder schlummern inzwischen schon seelig.
Hoffentlich ist auch das Waschprogramm bald durch, damit der Trockner noch pünktlich fertig werden kann, bevor ich wieder müde in ein paar Stunden aus dem Bett steige und die nächste Nachtrunde zu Lukas' Arbeit starte.
Für morgen liegt mein Kalender schon vollgeschrieben vor mir - ergänzt mit den unerledigten Dingen von heute. Ich mache mir jetzt noch keine all zu große Hoffnung, alles zu schaffen, aber meistens schaffe ich genau dann noch viel mehr!

In diesem Sinne!
Habt einen wundervollen und erfüllten Tag, Ihr Lieben!

Eure Andrea


Kommentare

  1. Klasse! Kenne ich nur zu gut ;-) Insbesondere, dass sich die Liste jeden Tag verlängert ... wenn ich mal wieder völlig frustriert bin, schreibe ich am Abend eine "I-Did-It-Liste" und freue mich dann umso mehr über all das, was ich geschafft hab! (Und so vieles, was gar nicht geplant gewesen war, aber dringend notwendig wurde ;-) ). Liebe Grüße, Mirijam

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  2. Wow, Deinen Bericht finde ich richtig klasse! Du schilderst, was am Familienleben einfach wunderschön ist - aber auch die nervigen und stressigen Seiten, die es natürlich auch gibt. Und wie schwer es manchmal sein kann, alles unter einen Hut zu bekommen! Das kenne ich auch, ebenso wie die Herausforderung, bei all dem Trubel noch Zeit fürs Bloggen zu finden. Chapeau für so viel Ehrlichkeit, Realität und dennoch Erfüllung!

    Herzliche Grüße von der schönen Ostseeküste
    Küstenmami

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